Wie versprochen, es ist zwar sehr viel später, aber nicht zu spät.
Da sitze ich gepflegt in meinem Wohnwagen, und werde durch heftiges Klopfen gestört. Der Campingplatzmensch steht vor meiner Tür und fragt, ob ich des Englischen mächtig sei.
Meine Antwort lautet wahrheitsgemäß, lesen kann ich es gut, aber beim Sprechen lacht der Gegner immer.
Das war Campingplatzmensch egal, ich solle doch mal einen Camper (im folgendem Problemfall genannt) bei der WLAN Anmeldung helfen, der packt das irgendwie nicht.
Na gut, sagte ich, mal versuchen. Ich stotterte dem Problemfall irgendwas in meinem merkwürdigen Englisch vor (sein Englisch klang auch irgendwie verdächtig) und machte mich über sein Notebook her.
Erster Schock, das Ding hat Vista. Meine Sprachkenntnis reichten nicht aus, um ausreichend meine Ablehnung rüberzubringen, also versuchte ich mein Glück. Nach mehreren Experimenten (die Tastatur war auf türkisch eingestellt) und kompletten Neustart der Kiste war es geschafft. Dankesbezeugungen des Problemfalls und ich trollte mich wieder in meine Wohnhöhle.
Ein Tag später:
Problemfall schaffte es mir beizubringen, das die Verbindung wieder nicht klappt. Nachdem ich das verstanden hatte, nochmal das ganze und siehe da, ich schaffte es erstaunlicherweise wieder.
Nochmalige Dankesbezeugungen mit anschliessender Einladung zum Kaffeetrinken. Na gut, da ich gerade eine Koffein- Unterversorgung hatte, habe ich Einladung angenommen.
Dabei wurde mir erzählt, das Problemfall aus den türkischen Teil Zyperns stammt und hier in Köln auftritt. Ich schaute scheinbar etwas ungläubig, da holte er so was wie eine türkische Balaleika raus und begann zu spielen. Das war erstaunlich gut, aber etwas ungewohnt für meine Rockverwöhnten Ohren. Nachdem ich das mitteilte, wechselte er ohne zu unterbrechen das Genre und spielte Rock. Das klang zwar immer noch ungewöhnlich, aber sehr gut. Wir verabschiedeten uns in besten Einvernehmen.
Wenn Ihr wissen wollt, wie Problemfall aussieht, Youtube machts möglich: http://www.youtube.com/watch?v=gGlxvh_tVN4